7. Oktober 2013

Ein Männlein steht im Walde …

Es gibt Dinge die ich sehr gerne mache obwohl ich sie gar nicht kann. Dazu zählen Angeln, Skat spielen und ...



... Pilze suchen. 

Ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn jemand mit mir in die Pilze geht. Dabei weiß ich gar nicht welche Pilze man überhaupt sammeln kann. Als Kind bin ich Seite an Seite mit meiner kleinen Schwester durch den Wald gestriffen. Jeder bekam eine Marone in das Körbchen gelegt und den Hinweiß von Papa: "Sammelt nur die Pilze, die einen Schwamm unter dem Hut tragen!" Und los ging es. Meine Mutter immer in Sichnähe und Papa in den Tiefen des Waldes verschwunden haben wir Maronen gesammelt. Mein Vater, der einzige Pilzkenner unter uns, erklärte mir bis heute keinen anderen Pilz. Wir fanden meist auch nur Maronen. Was mich allerdings vermuten lässt, dass mein Vater, ähnlich wie ich Pilze sammeln gelernt hat. Zudem kommt noch, dass wir meist erst zusammen suchen, dann nur noch in Sichtweite, bis einer von uns beiden den anderen durch lautes rufen ortet. Da macht sich das nachfragen und erklären immer etwas schlecht. 



Ich weiß natürlich was Champignons, Steinpilze und Pifferlinge sind, solange sie beim Gemüseangebot auf dem Markt oder im Supermarkt als 100% essbar deklariert sind.  

Soll ich aber selbst entscheiden … sieht es traurig aus. Für den Schwedenurlaub haben wir alle mal in ein Pilzbuch investiert. Das mit den Worten beginnt: Wenn sie sich nicht sicher sind, verzichten sie auf diesen Pilz! Dieser Satz hilft mir so gar nicht weiter. 

Zudem habe ich bei derartigen Waldbesuchen (beim Blaubeerepflücken oder Moos sammeln) ein mulmiges Gefühl. Ich denke dann an Schlagzeilen wie: "Leiche am WALDrand in einem Plastikbeutel gefunden!" Und an die Worte meiner Grundschullehrerin, die uns zu jedem Schuljahresbeginn mit Belehrungen über Bombenfunde im Wald quälte. Sie belehrte uns auch darüber, dass man keine fremden Pilze essen sollte!

Na den kurzen Überlegungen geht es dann mit dem Blick starr zu Boden gerichtet auf die Maronensuche. Sacke ich dann etwas mit dem Fuß ins Moos ein und es bricht zudem noch ein halbverwester Ast darunter, packe ich das Messer schnell wieder in den Korb. Nicht das ich womöglich noch falle und mir das Messer in den Körper ramme. 

Einen kurzen Aufschrei gab es auch beim letzten Waldbesuch. Nichts ahnend folge ich den Maronen und entdecke, total in Gedanken einen Kiefer. 


Ich habe erstmal geguckt, dass ich nicht in den restlichen Gebeinen stehe um dann erst festzustellen, dass es sich um Tier gehandelt haben muss. Schnell weiter …


Na wer hat sich da denn ekne Ecke mitgenommen. Keine Raupe auf dem Pilz zusehen, also war es wohl nicht Alice. 

Angst mich im Wald zuverlaufen habe ich aber nie, zur Not richte ich mich nach der Sonne oder den Geräuschen der entfernt vorbei fahrenden Autos. Oder ich gehe den Weg zurück, denn ich gekommen bin. 

Ansonsten gilt für mich: Die hübschen Pilze besser stehen lassen. 


So wie diesen Weißen der leicht blaugrün schimmerte. 


Gefährlich blau. 


Ein Wassersammelbecken. 

Oder diese beiden, die schon nicht gesund aussahen. 


Beim anschließenden Säubern der Pilze musste ich früher nie helfen. Lag vielleicht auch daran, dass ich bei jedem Pilz gefragt habe, ob diese auch wirklich nicht giftig wäre. 

Dabei finde ich die Veränderung der mir bekannten Maronen zauberhaft. Frisch gesäubert sind sie ganz hellgelb, dann gelb und schwups blau. So wie die Zauberstifte mit denen man das Bild komplett in grün zeichnete. Dann mit dem Zauberstift über ein paar Linien und schon hatte man eine komplett andere Farbe. 

Heute mache ich es ähnlich wie beim Memorie. Sieht genauso aus wie der Gute, dann darf er mit in den Topf oder die Pfanne. 


Dabei bereite ich das Essen erstmal zu. Alle Zutaten ran. Bis es dann abgeschmeckt werden muss. Todesmutig wage ich mich einen Teelöffel voll zu probieren. Wieder erinnere ich mich an die Worte meiner belehrenden Grundschullehrerin:"Es sind schon Menschen gestorben, weil nur EIN einziger Pilz giftig war." Kaum probiert wird mir etwas flau im Magen. Das meistens anhält, bis die schwerverdauliche Kost in seine Einzelteile zerlegt ist. 

Es hilft woll alles nichts, ich werde wohl mal mit jemanden erfahrenen in den Wald gehen. 





Kommentare:

  1. hehe. :) deswegen lass ich das lieber ganz sein, seit frühester kindheit find ich pilzesammeln ja irgendwie blöd. aber danke den heiteren beitrag!

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Ich freue mich über jedes Feedback :) Danke schon mal.