23. August 2013

Das erste Mal … in der Zeitung mit meinen Sandsäckchen

Vermutlich findet heute der ein oder andere neue Besucher auf meinen Blog. Das kann daran liegen, dass er mich heute morgen auf seinem Frühstückstisch hatte.

Oh ich bin immer noch so aufgeregt. Denn meine Sandsäckchen sind auf der Titelseite unserer Lokalseite. Naja, nicht nur meine Sandsäckchen, sondern auch ich. Aber die Säckchen sind auch mit dabei.

Was freu ich mich. Ein großes Lob geht an Susann, die diesen tollen Artikel geschrieben hat. Falls ihr ihn auch mal lesen wollt, aber meine Lokalzeitung nicht am Kiosk bekommt, könnt ihr Suanns Artikel über mich, nun auch hier lesen.

Und eins kann ich euch versprechen. Noch sind die Sandsäckchen zuhaben. Auch in Wittenberge, vor Ort im Point of Fashion 77 im WEZ in Wittenberge oder eben hier bei mir (einfach eine Mail an juli.mitliebegemacht@gmail.com schicken). Aber natürlich auch in meinem DaWanda-Lädchen online.


PRIGNITZ

In ihrem alten Kinderzimmer bei ihren Eltern in Rühstädt hat Julia Schossner eine Näh- und Bastelecke, wo sie ihre kreativen Ideen direkt umsetzen kann. Ganz rechts, hinter der Nähmaschine sind die Sandsäckchen zu sehen. © Susann Matschewski

23. August 2013 | Von: Susann Matschewski


Von alter Jute zu hippen Beuteln


Handarbeit liegt im Trend. Galt Nähen und Stricken vor ein paar Jahren unter jungen Leuten noch als langweiliges und altbackenes Hobby, ist es heute modern wie nie. Im Internet gibt es schon unzählige Seiten, die sich mit dem Thema befassen. Eine davon ist der Blog von Julia Schossner. Die Studentin dokumentiert darin ihre Projekte, die von Handarbeiten bis zu Selbstge backenem reichen. Die neueste Idee der Rühstädterin: Sie verarbeitet von der Flut übriggebliebene Sandsäcke zu kleinen, handlichen Taschen - so genannte Sandsäckchen - und verkauft sie über ihren Online-Shop.

"Ich schneide einfach ein Stück Jute auf die passende Größe, nähe bunte Stoffstücke außen an und als Innenfutter hinein und am Ende kommt ein Klettverschluss dran", erklärt Julia kurz und knapp, wie sie einen alten Sandsack in ein hübsches Täschchen verwandelt. Zehn Euro nimmt sie für ein Exemplar, 14 Stück hat sie schon verkauft. "Die Hälfte vom Verkaufserlös spende ich an die Flutopfer", verrät die 24-Jährige, die in Greifswald Skandinavistik studiert. Die Semesterferien verbringt sie oft bei ihren Eltern in Rühstädt, so auch während des Hochwassers im Juni. "Ich selbst habe zwar keine Sandsäcke gefüllt, war aber als Deichläufer im Einsatz", erzählt sie.

Die Jute stammt vom Sandsackplatz in Bälow

Die Idee zu den Sandsäckchen kam ihr schon während der Flut. "Solche Kosmetiktäschchen habe ich schon als Weihnachtsgeschenk genäht, da allerdings aus Stoff", sagt Julia. "Dann dachte ich mir, dass ich sowas auch mal mit Jute probieren kann." In den letzen zwei Juniwochen fing sie an zu zu nähen, nahm dafür Sandsäcke aus Bälow. "Allerdings habe ich nicht die tatsächlich benutzten verwendet, da man zu dem Zeitpunkt nicht wusste, ob die Sandsäcke noch einmal gebraucht würden." Stattdessen vernähte sie solche, die sowieso nicht verwendet wurden, weil sie zu groß oder kaputt waren.

Etwa eine Dreiviertelstunde braucht die 24-Jährige, bis eine Tasche fertig ist. "Meine erste hat drei Stunden gedauert", sagt sie lachend. Doch langsam kommt Routine rein. Mit ihrer Nähmaschine, einer alten Veritas, die sie von ihrer Mutter einst geschenkt bekommen hat, kann Julia perfekt umgehen. Auch Stricken und Häkeln ist für die handwerklich begabte Studentin kein Problem. "Das habe ich schon als Kind von meiner Oma gelernt."

Mit ihrer Idee, Jutesäcke zu bunten Taschen zu verarbeiten, ist Julia nicht allein. Die Wittenbergerin Antje Genth näht ebenfalls Taschen, allerdings eine Nummer größer: "Ich mache aus Jutesäcken Umhängetaschen", erzählt die 37-Jährige und zeigt stolz ihr eigenes Exemplar, das ihr treuer Begleiter geworden ist. Jeder ihrer mit buntem Stoff verzierten Beutel ist ein Unikat. Ihren eigenen hat sie mit lila Stoff gefüttert, ein Gürtel dient als Umhängegurt. Ein Pin mit der Aufschrift "I love Wittenberge" verziert die Vorderseite der Tasche. "In Lübeck haben mich schon viele Leute auf die Tasche angesprochen", sagt Antje Genth, die in der Hansestadt wohnt, aber aus Wittenberge stammt. Die Wilhelmstraße war zwar sicher vor dem Elbewasser, ihre Mutter Elke Genth sicherte die Kellerfenster dennoch mit Sandsäcken - eben jenen, die ihre Tochter nun zu Taschen vernäht. Die Idee stammt übrigens aus Dresden. "Ich habe im Fernsehen einen Beitrag über das Dresdner Projekt ,Alles Jute' gesehen und wollte das dann auch machen", erzählt Antje Genth.

Bevor die Jutesäcke weiter verarbeitet werden, werden sie mehrmals gewaschen. "Zum einen, um den Sand herauszubekommen, zum anderen, um den starken Eigengeruch der Jute loszuwerden", erklärt Antje Genth. Mehrere Taschen hat die junge Frau schon verkauft, unter anderem an Fahrradtouristen aus Hamburg, die Antje Genth in Wittenberge am Café "Elbe 8" ansprachen, wie sie berichtet. 15 bis 20 Euro nimmt sie für eine Tasche, von der sie gerne noch mehr verkaufen würde. "Günstiger geht es leider nicht, weil ich den Stoff und die anderen Materialien im Baumarkt kaufe." Dafür erhält der Käufer ein ganz individuelles Exemplar, das es so garantiert nirgendwo zu kaufen gibt.

Weitere Infos zu den Taschen gibt es bei Julia Schossner unterjuli.mitliebegemacht(at)gmail.com
und bei Antje Genth unter genther(at)gmx.de.

Das der doch noch erschienen ist, finde ich besonders toll. Denn Susanns Anfrage habe ich genau 2 Tage vor meinem Urlaub bekommen. Da waren die erst Sandsäckchen schon alle verkauft. Aber nach den 2 Wochen kam sie dann  vorbei und heute war dann endlich ein Plätzchen auf der Titelseite frei.

Wer noch mehr über die Sachdäckchen lesen möchte und sie vor allem sehen möchte, kann das hier tun: Sandsäckchen als Hochwasserhilfe

Kommentare:

  1. Liebe Julia, das ist ja toll! ich freue mich sehr für dich, du kannst stolz auf dich sein. Die Idee mit den Sandsäckchen ist ganz toll und ich wünsche dir, dass du alle restlichen auch noch verkaufst. Ich finde es sehr bewundersnwert, dass du damit etwas Gutes tust!
    Liebe Grüße
    Natalie

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  2. Toll! Ein sehr schöner Artikel zu deiner coolen Aktion! Wenn das mal nicht anspornt!

    Freuemich sehr für dich! Weiter so!

    LG

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  3. Oh, das ist ja aufregend! Herzlichen Glückwunsch! Viele Grüße, Goldengelchen

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Ich freue mich über jedes Feedback :) Danke schon mal.