18. Januar 2013

Wirklich kein Thema für Vegetarier, aber dafür für Bio-Liebhaber


Ich habe schon im letzten Jahr überlegt, ob ich über diese Thema blogge, und mich dagegen entschlossen. Aber eigentlich soll dieser Blog mich, so authentisch wie möglich, repräsentieren und dazu gehört auch so ein Winterwochenende. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel.

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Wenn in der kalten Jahreszeit, nach Weihnachten, dieses Buch wieder öfter aus dem Bücherregal geholt wird, und mein Papa dazu noch hibbelig wird, dann ist es bald wieder so weit.

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Das Buch wird nur noch von dem alten Lederschutzumschlag zusammen gehalten. Wir haben es vor Jahren von meiner Oma bekommen, denn sie hat die Dinge, die sie wissen muss im Kopf. Und wir sollten nicht immer panisch nachfragen: “Wie war des jetzt? Mutter sag doch mal!!!”
In diesem Buch, von 1913, findet sich alles mögliche, was eine “gute” Hausfrau wissen muss. Ich finde in diesem Buch sind Rezepte drin, auf die wäre man nicht von alleine gekommen. Unter anderem auch Rezepte für das … (allen Vegetariern rate ich, ab hier nicht weiter zu lesen!!!)

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… Wurstmachen (für diejenigen von euch, die in der Schule nicht gezwungen wurden, Altdeutsch zu lernen).
Um ehrlich zu sein, gehört das Schlachten von Tieren schon immer zu meinem Leben dazu. Allerdings nur von Tieren die glücklich und zufrieden aufgewachsen sind.
Schon als ganz kleine Kinder waren wir dabei, wenn Oma, Opa, meine Paten Tante, nebst Mann kamen und uns beim Schwein Schlachten geholfen haben. Und war so lustig, wenn das heiße Wasser im Waschkessel kochtet und der Wasserdampf unseren kleinen Keller in eine Nebelhöhle verwandelt hat.

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Es rührt mich immer, wenn man in dem alten Buch, die Rezepte für Mett- und Leberwurst sucht, dass meine Oma genau dort eine alte Postkarte als Lesezeichen hinein gepackt hat. Früher haben wir viel öfter ein Schwein, oder auch mal zwei geschlachtet. Bis mein Vater es übertrieben hat und an einem Wochenende zwei Schweine und ein halbes Rind schlachten musste.
Das war so viel Arbeit, dass wir viele Jahre nicht mehr geschlachtet haben. Damals war ich 15. Nach 8 schlachtefreien Wintern haben wir es im Januar 2012 wieder versucht. Mein Vater hatte zum 50. Geburtstag ein Schlachtschwein, vom befreundeten Bauern, geschenkt bekommen. Und siehe da, es war super. Meine Mam, die unter sehr viele Allergien leidet, brauchte im vergangenem Jahr, in dem wir uns fast ausschließlich von unserer eigenen Wurst ernährten, kaum Allergiemittel nehmen.

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Aus diesem Grund und auch, weil mein Papa in Übung bleiben will, steht dieses Wochenende wieder Schlachten an. Das glückliche Schwein, aufgewachsen auf dem Hof meiner Kindergartenfreundin, haben wir Anfang der Woche zum Schlachter gebracht. Heute Morgen in aller Frühe (ca. 7 Uhr) haben wir das zerlegte Schwein abgeholt.

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Da fahre ich aus Sicherheitsgründen mit, denn mein Dad ist immer so aufgeregt, dass er hinterher alle Tipps, die er vom Schlachter bekommt, durch ein anderer bringt. Außerdem ist es immer lustig, als junges Mädel mit anzupacken. Heute morgen habe ich gleich den Namen "Püppie" abbekommen und los gings: "Püppie nimm mal die Kiste!" , "Püppie gib mir mal das.", "Püppie hast du denn schon einen Bräutigam?" , " Püppie macht ihr eher Schnitzel oder Wurst?"

Püppie hat dann alles sorgfältig ausgeführt und nur dann aufgeregt Fragen gestellt, wenn der Mann auch Zeit dafür hatte.

Eigentlich wollte ich euch hier Bilder von früher zeigen, wie gesellig das Schlachten bei uns immer ist. Aber auf jedem Bild war Fleisch, in seiner ursprünglichen Form, zu sehen. Das wollte ich euch wirklich nicht zu muten.
Ich bin nun also den Rest der Woche mit Fleischverarbeitung (komisches Wort) beschäftigt. Ob es am Sonntag meine sieben Sachen gibt, muss ich mal sehen. Denn ich möchte die Vegetarier wirklich nicht vergraulen.

1 Kommentar:

  1. Ich liebe alte Kochbücher und bin froh, das ich die altdeutsche Schrift von meinen Großeltern lernen durfte. Sammel solche Schätze mit Liebe auf Flohmärkten und könnte darin Stunden stöbern.

    Besonders schön, weil da nix von Küschenmaschine, Induktion und Co drin steht sondern man sich Gedanken darüber machen muss wie lange ein Brot wohl im modernen Backofen backen muss, wenn im Rezept seht 1 1/2 Stunden in den mit Kohlen vorgeheizten Ofen schieben.

    Schlachten kenn ich von früher auch noch. War nicht so mein Ding, dabei zu helfen, aber ich finde es gut das mal gesehen zu haben. So bleibt der Bezug zum Tier erhalten.

    LG und ein schönes WE
    Yvonne

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