23. Februar 2013

Unerschöpflich ist die Liebe #2

Oh, auf diesen Post freue ich mich schon seit 3 Wochen. Heute erzählt uns Nora von a red apple den Beginn ihrer Liebesgeschichte. Ich bewundere ja am meisten, wie lange Felix ausgeharrt hat. Aber nun lass ich lieber Nora berichten. Danke für eure Geschichte liebe Nora! Ich wünsche euch dreien nur das Beste!


Nora & Felix





Liebe ist die Blüte,
um die all das weht,
was lebt und wächst.
(Giles Fletcher)


Ich habe Juli versprochen, unsere Geschichte einmal aufzuschreiben und das mache ich nun nach langen Überlegungen auch.

Ich beginne vor langer, langer Zeit. Obwohl mir dieser Tag immer noch (fast) wie gestern vorkam.

Am 24.03.2007 sind Felix und ich uns das erste mal über den Weg “gelaufen”. Naja, gelaufen ist zu viel gesagt. Wir haben uns in einem der sozialen Netzwerke kennengelernt.
Und das nur (er leugnet das zwar immer), weil er mich beobachtet hat :) Man konnte immer sehen, wer der letzte Besucher der Seite war. Er war es öfters :).

Tatsächlich habe ich dann doch den ersten Schritt gemacht und habe ihn angeschrieben. Böse Nora! Ich war noch in einer Beziehung – aber – wenn man ganz ehrlich ist, lief es zu dieser Zeit nicht sonderlich gut. Trotzdem: Shame on me.

Felix hat zurückgeschrieben…einmal, in der Woche zuerst…dann wurde es öfters. Irgendwann konnte ich die Mails nicht mehr zählen – so viele waren es.

Ich habe mich damals in Sicherheit gewogen, da ich dachte, er würde in der Pfalz wohnen und dann darf man auch ruhig ein wenig online flirten – aber ich lag falsch: verdammt falsch. 
Eines Tages erzählte er mir, er arbeite am Neptunplatz in Köln. Ich würde gerne meinen Gesichtsausdruck heute noch sehen, als ich dass gelesen habe. Man muss dazu sagen, dass die Luftlinie zu meiner Arbeit…naja, vielleicht 100 Meter beträgt.

Tja, was soll ich sagen…die Neugierde war da und die Vernunft weg. Wir haben uns immer besser verstanden, immer mehr geschrieben und irgendwann kam die Frage auf: Sieht man sich mal? Beim einkaufen vielleicht?

Ich hatte oft kalte Füße (und auch immer noch einen Freund) aber eines Tages war es soweit – es war der 25. Juni 2007 – da stand Felix zwischen Paprika und Tomaten vor mir. Ich war baff. Groß!!! Ich hab ihn auf den Fotos kleiner eingeschätzt. Und dann haben wir das erste Mal miteinander geredet. Und total schüchtern waren wir beide. Meine Ohren haben so geklingelt – und zwar die ganze Zeit – dass ich fast nichts , von dem was er erzählte, gehört habe…ich kann mich überhaupt gar nicht mehr daran erinnern :)

Das war der Anfang dieser ganzen Geschichte. Die Skype-Abende wurden länger, die Einkäufe im REWE häufiger und dann…stand Felix Ende des Sommer in der Disko.
 Einfach so. Und hat mich heimgebracht.

Ein paar Male habe ich gehofft, dass diese unerwarteten Treffen sich wiederholen, das war leider aber nur ganz selten der Fall.

Dann, leider, hatten wir ein schwere Zeit Ende Herbst, Anfang Winter: Der Kontakt wurde von mir mehrfach unterbrochen, weil ich das alles mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte und dachte, ich müsse nun unbedingt die Freundin sein, die von mir erwartet wird.

Wie naiv von mir. Eines Tages im Frühling – es war ein Freitag (der 28.03.2008 um genau zu sein), hatte ich in meiner Mailbox auf der Arbeit ein Lied. Es war „Almost Lover“ von A fine frenzy.
Ich hab mich um 09.00h morgens im Bad auf der Arbeit eingesperrt und erstmal 20 Minuten geheult. Das war der erste Kontakt seit 3 Monaten. Und keine Zeile, nichts, nur das Lied.

Am Montag darauf habe ich meinen damaligen Freund verlassen, danach habe ich Felix angerufen.

Seit diesem Tag sehen wir uns jeden Tag.
Ich bin nach 3 Monaten zu ihm gezogen.

Jetzt wohnen wir schon 5 Jahre zusammen.
Es gab sehr, sehr gute Zeiten und sehr, sehr schwere Zeiten in diesen 5 Jahren. Ich hatte eine Krise und auch, wenn wir darüber nie reden, war es ein großes Stück Arbeit, dass wir immer noch zusammen sind.

Rosenmontag vor 2 Jahren hat mir Felix in einer Kneipe beim Schnaps trinken einen Heiratsantrag gemacht. Ich habe darüber noch nie auf meinem Blog geschrieben, denn eigentlich darf man ja nur ein Jahr verlobt sein, bis man heiratet.
Und das haben wir immer noch nicht geschafft.

Wir hatten immer eine andere „Ausrede“. Kein Geld, kein passendes Datum und irgendwie waren wir doch auch so glücklich...oder?

Mein Denken hat sich verändert, als ich Mitte September diesen Jahres einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt.
Felix besteht darauf, dass unser Kind seinen Namen trägt und ich habe nichts dagegen. Nur habe ich nun das Problem, dass ich anders heißen werde als mein Kind. Und das möchte ich gar nicht.

Deshalb werden wir, wenn es dieses mal klappt, entweder im Herbst oder nächstes Jahr im Frühjahr heiraten. Vielleicht kann unser Sohn dann schon laufen und uns die Ringe bringen. Das würde mir wirklich gefallen.

An Tagen wie diesen, an denen ich länger über meine Beziehung nachdenke, da merke ich erst wie viel Glück ich hatte. Eine Beziehung ist nicht immer nur schön und toll und romantisch. Eine Beziehung bedeutet grenzenloses Vertrauen und viel Arbeit. Eine Beziehung bedeutet füreinander da sein.

Wahrscheinlich bin ich die glücklichste werdende Mutter der Welt, denn ich weiß: Ich habe alles richtig gemacht.

Auch wenn unser Sohn nicht geplant war, ist er mehr als erwünscht und wird voller Vorfreude erwartet.
Er ist es das größte Zeichen der größten Liebe, die ich jemals für jemanden empfunden habe.

Durch die Schwangerschaft hat sich unsere Beziehung verändert. Natürlich geht es nun in erster Linie darum, dass ich die Schwangerschaft gut meistere und es dem kleinem Mann in meinem Bauch gut geht. Ich habe oft das Gefühl, dass ich Felix vernachlässige oder wir uns zu wenig Zeit füreinander nehmen und all das wird sich auch wieder einrenken, wenn Baby J. auf der Welt ist und wir eine kleine Familie sind, da bin ich mir ganz sicher.

Ein Freund von mir fragte mich mal, ob wir denn wirklich noch zusammen sein sollten oder ob ich das nur mache, weil man das nach all den Jahren von mir erwartet.

Ich habe über diese Frage lange nachgedacht und immer mal wieder. Wenn ich das heute tue, rege ich mich nur noch über diese Frage auf.

Ich bin mit Felix nicht „aus Gewohnheit“ zusammen. Natürlich ist der erste Zauber, das erste frisch-verliebt-sein nicht mehr so stark wie am ersten Tag aber es ist einem Gefühl gewichen welches viel stärker, viel besser und für mich unverzichtbar ist: Zu Hause sein.

Auch wenn man in der heutigen Zeit nicht weiß, ob man auf immer und ewig mit jemandem zusammenbleibt, so ist mein Gefühl gut.

Ich weiß, dass wir beide um diese Beziehung kämpfen würden, immer und immer wieder.

Denn wer kann bitte auf sein Zu Hause verzichten?

Kommentare:

  1. Wie schön! Meine bzw. unsere Geschichte ist ähnlich. Und ich liebe meinen Superhelden nicht trotz der schlechten Zeiten, sondern weil sie da waren. So etwas schweißt zusammen und macht unendlich stark. Ich kann nachvollziehen wie du fühlst und das ist ganz wunderbar. Ihr seid eine Einheit und ich denke mit dem kleinen J. wird es noch toller. Ich wünsche euch alles Liebe und viel Spaß!

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  2. Wie schön! Meine bzw. unsere Geschichte ist ähnlich. Und ich liebe meinen Superhelden nicht trotz der schlechten Zeiten, sondern weil sie da waren. So etwas schweißt zusammen und macht unendlich stark. Ich kann nachvollziehen wie du fühlst und das ist ganz wunderbar. Ihr seid eine Einheit und ich denke mit dem kleinen J. wird es noch toller. Ich wünsche euch alles Liebe und viel Spaß!

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